Abstand halten!

Zu Hause bleiben!

10 Tipps für

Mountainbiker

Gastbeitrag von René Sendlhofer-Schag

Bei all den Überlegungen Zum Thema „Abstand halten“ bleibt viel Zeit, die kommenden Wochen indoor abwechslungsreich zu gestalten. Wir haben hier ein paar Tipps rund ums Thema Biken aber auch abseits unseres Lieblingssports, um die Zeit für deine körperliche Gesundheit und dein Seelenwohl bestmöglich nutzen zu können.

„Social distance“ bedeutet für uns Mountainbiker und Outdoor-Sportler nicht nur den sozialen Rückzug in die eigenen vier Wände. In unserer gut vernetzten digitalen Welt ist das Feierabend-Bier auch virtuell mit den Freunden trinkbar. Gespräche mit den Eltern und Verwandten über WhatsApp und Co. sind aktuell intensiver denn je. Abstand bedeutet nun vor allem auch, auf viele der täglichen Gepflogenheiten (gewohnten …) zu verzichten. Keine Bike-Runde abends nach der Arbeit, nicht schnell mal zum Supermarkt für eine Tafel Schokolade und keine große Ski- oder Bergtour am Wochenende.

Abstand halten von seinen gewohnten Mustern – bei unseren Fahrtechnik-Trainings brechen wir diese auf, um einen Lernfortschritt zu erzielen und die Bewegungen zu festigen. Wir befinden uns also in einem Lernprozess, und diesen sollten wir nutzen. Dazu gehört auch, eine Weile „inne zu halten“. Man muss nicht gerade jetzt im Online-Handel seine neuen Sommerhosen oder die lang ersehnte Federgabel bestellen, man kann diese auch nach der Krise in einem lokalen Shop um die Ecke oder in der nächsten Stadt besorgen.

1. Frühjahrsputz im Kleiderschrank.

Wenn du dein Equipment ähnlich intensiv nutzt wie wir, dann riechen deine Handschuhe, Knieschützer, Helm-Innenleben, Rucksackträger, Schuhe,… vermutlich auch nach dem Waschen noch recht speziell. Ab in die 3x-Intensiv-Wäsche, denn jetzt ist Zeit, alles wieder trocken zu kriegen und vielleicht auch mal das eine oder andere Teil auszumisten. Wühl dich durch deinen Kasten und befreie dich von Dingen, die du schon ewig nicht mehr an hattest.

2. Werkzeugkiste und Ersatzteile sortieren

Du suchst eine Zange und hast wieder mal keine Ahnung, wo sie sein könnte? Sortiere jetzt deine Werkzeugkiste sowie deine Ersatzteile. Mach dir eine Liste was fehlt, und kaufe diese dann in deinem Bike-Shop um die Ecke. Wenn du schon mal all deine Tools in der Hand hast, mach dich an die Wartung deines Bikes. Alle Schrauben nachziehen, Lager fetten, Schaltung und Bremsen einstellen und alles gut putzen. Je nach Skills kannst du dich auch mal die Federgabel wagen – du wolltest schon lange einen Spacer mehr rein tun? Los geht’s.

3. Manual-Maschine bauen

Manual und Wheelie beschäftigen dich seit Jahren? Wenn du einen Garten und etwas Holz übrig hast, bau dir eine Manual-Maschine. Bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt mit den Freunden nach der Krise, kommst du bewusst ein paar Minuten zu spät um mit Style-Faktor 10 am Hinterrad anzurollen. Eine Anleitung findest du unter Instructables

4. 30 Tage Wheelie-Challenge von Ryan Leech

Wir sind optimistisch und hoffen, dass sich das während der Corona-Zeit zu Hause nicht mehr ausgeht, aber immerhin kommt dann zum Manual auch noch der Wheelie dazu. Melde dich online unter https://learn.ryanleech.com/free-wheelie kostenlos an. Üben kannst du im Garten, im Carport oder auch in der Tiefgarage.

5. Bleibe fit

Kümmere dich liebevoll um deine Muskeln, Core-Stabilität und Beweglichkeit und beginne mit Yoga. Viele Lehrer haben rasch reagiert und ihr Studio ins Wohnzimmer zu Hause verlegt. Mit Online-Klassen kannst du nun endlich „mühelos“ in die Welt der Yogis schnuppern. Wir können dir Einheiten von Maria und Hannes Abel, imagin-abel.com, empfehlen. Die beiden sind auch top Biker und viele der Übungen sind besonders für uns Mountainbiker der perfekte Frühjahrs-Boost.

6. Keep your spirits high

und halte deinen Endorphin-Spiegel hoch. Jede „Isolation“ hat zur Folge, dass man sich gelangweilt, mies gelaunt oder niedergeschlagen fühlt. Wenn es auch dir so geht, liegt das vielleicht am niedrigen Endorphin-Level. Dieses wiederum schwächt das Immunsystem und schafft somit erneut Platz für Angst, Krankheit und Stress. Um dies zu verhindern, schaffe dir Rituale oder behalte sie bei. Lerne etwas Neues. Behalte deinen Schlafrhythmus bei. zieh dich an als würdest du außer Haus, zur Arbeit gehen. Nicht jeder Tag muss im Schlabber-Pulli starten. Versuche Augenkontakt mit deinen Mitmenschen zu halten – entweder von Balkon zu Balkon oder auch per WhatsApp. Bewegung in der Sonne und an der frischen Luft macht Freude und stärkt das Immunsystem. Wenn es dir möglich ist, gehe in den Wald. Koche regelmäßig (und nein, Fertig-Pizza auftauen ist nicht kochen) und genieße es.

7. Beginne, Informationen zu recherchieren

Du bist überwältigt, wenn nicht sogar überfordert, von der Menge an Informationen die aktuell auf dich herab prasseln? Setze dir täglich ein Ziel – welche Information möchtest du bekommen? Was interessiert bzw. über welches Thema möchtest du mehr erfahren? Dann nimm dir einmal am Tag Zeit, es zu recherchieren.

8. Social-Media ist Fluch und Segen zugleich.

Es hält uns am Laufenden, wir wissen Bescheid was unsere Freunde so treiben, es finden sich immer wieder lustige Anekdoten und nicht zuletzt ist es manchmal schön, sich von den vielen tollen Bildern berieseln zu lassen. Wenn du allerdings Gefahr läufst, dir stets zu sagen, dass das Gras beim Nachbarn ohnehin viel grüner ist, dann leg das Handy mal bewusst zur Seite. Gerade jetzt, wenn viele in ihren Schatzkisten an Erlebnissen der letzten Jahre wühlen, taucht ein tolles Bild nach dem anderen in deinem Newsfeed auf, welches dir deinen aktuellen Verzicht womöglich nochmals extra unter die Nase reibt. Lass dich davon nicht beeinflussen – die Zeit für deine persönlichen Abenteuer kommt wieder. Alle Trails, die Berge und unsere Natur sind auch in wenigen Wochen und Monaten noch da.

9. Plane jetzt deinen nächsten Bike-Urlaub.

Studiere die Karten, stöbere im Netz und versuche rauszufinden, wohin es dich zieht. Denke dabei an Regionalität und Nachhaltigkeit. Wo möchtest du Wertschöpfung generieren? Gibt es vielleicht in deiner Nähe, oder zumindest abseits von Flugreisen, eine Region wo du schon immer mal hin wolltest? Oder starte das Mikro-Abenteuer schlichtweg vor deiner Haustüre. #dreamnowtravellater

10. Mach mal etwas für Andere.

Auch das schüttet Endorphine aus und nicht zu knapp. Wenn du einkaufen gehst, frag doch vorher mal in deiner Nachbarschaft, ob jemand etwas dringend braucht? Auch wenn du dann an der Kasse den Eindruck erweckst, Hamsterkäufe zu tätigen. Steh dazu und sag dir selbst: „Ich tue das für meine Nachbarn, ich helfe ihnen gerne“.

René Sendlhofer-Schag

Der Autor René Sendlhofer-Schag ist Fotograf und Reiseveranstalter für Mountainbike-Reisen bei bikefex.at. Wie viele andere trifft auch ihn und sein Familienunternehmen die Krise schwer. Doch anstatt den Kopf in den Sand, steckt er lieber seine tollen Bilder in einen Kalender. Das Jahr 2021 kommt bestimmt, und mit dem „kopfkino“-Kalender darfst du jetzt schon von deinen nächsten Abenteuern träumen. Darüber hinaus hilfst du einem kleinen Unternehmen über diese schwierige Zeit.

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