Die Wegzeitberechnung

gehört zu jeder Tourenplanung.

Trotz theoretischer Formeln unterscheiden sich

Gehzeiten bei selber Höhe und Distanz

Warum?

Formeln zur Wegzeitberechnung

Die gängige Berechnung der Gehzeit ist es, die Stunden für die Wanderung – laut der Annahme, dass ein Wanderer für je 300 HM im Anstieg und 4 km Höhendifferenz in einer Stunde zurücklegt – zu berechnen. Der kleinere Wert der Berechnung wird danach halbiert und dem größeren dazugezählt. Die Schweizer nehmen 400 HM im Aufstieg und ebenso 4 km Höhendifferenz pro Stunde als Berechnungsgrundlage.

Gehzeiten I alpinonline

Welche Komponenten verändern das Ergebnis?

  • Sportart

    Ob man Wandert, mit dem Bike fährt, es sich um einen Klettersteig, Hochtour oder Skitour handelt – natürlich variieren die Zeitangaben je nach Sportart.

  • Wegbeschaffenheit

    Schotterfeld, Forstweg, Klettertour oder unwegsames Gelände, ebenso ausgesetzte Stellen können schon mal mehr Zeit beanspruchen.

  • Schlüsselstellen

    Gibt es Stellen, die schwieriger als der Rest der Tour sind bzw. wo man vermeintlich länger brauchen wird. Ebensolche „Zeitfresser“ können Materialadaptierungen sein, meint das Anziehen von Steigeisen oder Harscheisen.

  • Gruppe und Gruppengröße
    Hier fallen die Themen Entscheidungsprozesse als auch Pausen hinein. Je mehr Personen, desto länger dauert alles.
  • Wer wandert?
    Kinder (hier kann man die Zeit je nach Kondition fast verdoppeln), Erfahrene, Speed-Läufer, …
  • Wetter
    v.a. Schlechtwetter, aber auch Hitze kann die Dauer der Tour auf verschiedene Weise beeinflussen
  • Aktuelle Verhältnisse
    wie z.B. Altschneefelder
  • Orientierung bzw. Orientierungshilfen

    Mit guter Beschilderung oder auch auf bekannten Wegen kann man sich auf das reine „Gehen“ konzentrieren. In neuem Gelände und v.a. bei wenig Beschilderung muss man für die Orientierung noch ausreichend Zeit miteinberechnen. Wichtig ist in diesem Zuge auch, sich mit den Farben der Schwierigkeitsbewertung auf den Schildern zu beschäftigen, denn die können je nach Land differieren.

  • Faktor Mensch und Tagesverfassung

    Beim Wandern kommen viele auch sehr persönliche Komponenten hinzu. Und wandert man an einem Tag die 400HM ohne Probleme in einer Stunde, kann es beim nächsten Mal ganz anders ausschauen. Hier kommt auch dazu, dass es keine Formeln dafür gibt, wie lange und wie oft eine Pause gemacht werden soll.

Wozu brauch ich die Wegzeitberechnung

  • Tourenauswahl

    Prinzipiell sollte man eine Tour primär anhand der Höhendistanz und sekundär der Kilometer auswählen – kommt natürlich auf auf die Sportart drauf an. Sehe ich allerdings, dass die 600 HM und 10 km mit 8 Stunden angegeben sind, sollte man stutzig werden und nachforschen, was die Dauer so in die Höhe treiben kann.

  • konkrete Tourenplanung

    Jeder sollte sich bei der Tourenplanung auch mit der geplanten Dauer einer Tour auseinandersetzen. Tourenbeschreibungen liefern hier meist einen (subjektiven) Richtwert – aber Achtung: aufmerksam sollte man lesen, ob es sich nur um die Aufstiegs- oder aber auch um die Abstiegsdauer handelt.

    Ergänzen bzw. relativieren kann man diese subjektive Dauer dann gleich noch per Formel der Wegzeitberechnung.

  • Vergleichshilfe, aber nicht im Sinne eines Wettbewerbes

    Tourenzeiten sollen nicht dafür dienen, dass es sie als „zu erreichen“ gilt. Jeder soll in dem Tempo gehen, dass ihm an dem Tag für gut erscheint. ABER es ist natürlich nicht unerheblich die real gegangen Zeit mit der geplanten zu vergleichen. Z.B. wenn man bei Mehrtageswanderungen anstelle der geplanten 5h doch reale 8h unterwegs war, sollte man sich die nächsten Tagesetappen nochmals genauer anschauen.

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