Aufgrund des Corona-Viruses sollten wir unser Haus oder unsere Wohnung zur Zeit nicht verlassen. Aber den Garten oder den Balkon dürfen wir natürlich nützen. Außerdem ist Frühling, also wie wär’s mit „Urban Gardening“? Oder gleich ein Hochbeet bauen?  Wir haben hier ein paar Tipps für euch, wie der Gemüseanbau gelingt und sogar eine Bio-Gärtnerei mit extra Lieferservice gefunden!

Sähen und Jungpflanzen ziehen

Radieschen, Kohlrabi, Rucola und Feldsalat kann man jetzt schon sähen. Einfach ein Blumenkisterl mit Aussaaterde (wenig gedüngt) füllen, Samen rein, locker mit Erde bedecken und mit Sprühflasche angießen. Ich selber verwende gerne Anzuchttöpfchen aus Kompostmaterial, die ich dann samt der Jungpflanze in einen Topf oder ins Freiland setzen kann. Und nicht vergessen: In kalten Nächten mit Fließ abdecken.

Ganz supereasy ist übrigens Gartenkresse, die geht sowieso immer und überall auf.

Ein Gewächshaus eignet sich besonders gut für die Aufzucht von etwas empfindlicheren Pflanzen wie Tomaten, Zucchini, Kürbis, Gurken oder Melanzani. Diese brauchen eine Keimtemperatur von rund 20°, in der Nacht nicht weniger als 15°. Mein Gewächshaus wird mit Infrarotpanelen beheizt und dient außerdem aktuell den nicht winterharten Pflanzen wie Oleander, Zitrusfrüchten und Rosmarin als Übergangsquartier. Im Juni sollte es dann aber bereits so aussehen:

Urban Gardening, Tomaten im Gewächshaus Anfang Juni, Foto: Christina Schwann

Tomaten im Gewächshaus Anfang Juni

Das Hochbeet – Gemüseanbau mit Turbo

Ein Hochbeet hat den Vorteil des rückenschonenden Arbeitens. Aber es gibt noch viele weitere Vorzüge vor allem für die Pflanzen selbst, die vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar sind:

  • Schichtaufbau erzeugt Zersetzungsprozesse wie in einem Komposthaufen – das erzeugt Wärme, die den Boden heizt und die Pflanzen schneller wachsen lässt
  • Schneckensicher durch raue Brettoberfläche oder mechanisch-chemische Schneckenhindernisse, wie z.B. Kupferblech
  • Leichte Anbringung von Frühbeetabdeckungen (schützen nicht nur in kalten Nächten, sondern auch vor ungebetenem Katzenbesuch ;-))

Hochbeetbau

Der Bau eines Hochbeets ist keine Hexerei. Hier eine kleine persönliche Anleitung:

  • Pflöcke aus gehobelter Lärche
  • Bretter aus ungehobelter Lärche (raue Oberfläche mögen die Schnecken nicht so gerne)
  • Nierosta-Schrauben
  • Am Boden des Hochbeets innen ein engmaschiges Hasengitter gegen Wühlmäuse verlegen
  • Schichtaufbau wie überall nachzulesen
  • Seitenwände mit Fließ auslegen und antackern – Plastikfolie ist absolut nicht notwendig
  • Oberkante mit Brett versehen – zum Abstellen von Arbeitsgeräten, Töpfen, etc. – oder als Sitzplatz für die Katze
  • Schneckenschutz durch senkrecht, nach unten hin freihängendes, umlaufendes Kupferblech

Und übrigens: Hochbeete funktionieren auch bestens in Hanglage, zumal man hier sogar den Einfallswinkel der Sonnenstrahlen optimieren kann. Wie in meinem Fall: steiler Hang, Ausrichtung Nordwest.

Bio-Pflanzen – Lieferservice

Und wo bekommt man nun Pflanzensamen, Jungpflanzen, Kräuter und Erde her? Jetzt, wo alle Geschäfte geschlossen haben? Hier die perfekte Lösung:

Die Bio-Gärtnerei Seidemann in Völs hat alles, was man braucht, um loslegen zu können: einfach eine Bestellung telefonisch unter 0512 302800 oder per E-Mail (gaertnerei@blumenpark.at) hinterlassen und die Pflanzen werden direkt vor die Haustüre geliefert!

  • BIO- Gemüse- und Salatjungpflanzen (Kopfsalat, Romanischer, Kohlrabi, Porree usw.), sowie BIO-Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Maggikraut, Basilikum usw.)
  • BIO- Frühjahrsblüher (Stiefmütterchen, Narzissen, Tulpen, Primeln, Vergissmeinnicht, Gänseblümchen und vieles mehr!)
  • BIO- Beerensträucher (Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren etc.) und BIO-Erdbeeren
  • BIO-Blütenstauden
  • Dazugehörige BIO- Erden und BIO-Dünger (Erwin Seidemann und sein Team beraten gerne!)

Lieferbedingungen:

Bezahlung durch Vorauskasse oder auf Rechnung möglich.
Mindestbestellwert: 30 €
Lieferung nach Völs, Kematen und Zirl: 5 €
Lieferung nach Innsbruck: 10 €
Lieferradius von Telfs bis Wattens (Verrechnung je nach Entfernung)

Buchempfehlungen

Während man den Pflanzen beim Wachsen zusieht, kann man sich mit einem guten Buch in den Liegestuhl auf die Terrasse oder am Balkon setzen und ein wenig über Heilpflanzen, Permakultur, Bodenorganismen, selbstgemachten Pflanzenschutz- und –stärkung nachlesen. Die Devise im eigenen Garten oder auf dem Balkon heiß schließlich mit Sicherheit: Kein Gift und keine chemischen Mineraldünger!

  1. Mein absoluter Favorit:
    Das große Boden-ABC, Praxisratgeber für Humusaufbau und Pflanzenglück. Die Revolution im Biogarten“ von Angelika Ertl-Marko, Oliva Verlag
  2. Der Klassiker:
    „Sepp Holzer’s Permakultur – Praktische Anwendung für Garten, Obst und Landwirtschaft“ von Sepp Holzer, Leopold-Stocker Verlag
  3. Wer Platz hat, warum nicht?
    Hühner halten im Garten – Der Weg zum eigenen Bio-Ei“ von Suzie Baldwin, blv-Verlag
  4. Heilpflanzen auf 525 Seiten:
    „Das große Buch der Heilpflanzen – Gesund durch die Heilkräfte der Natur“ von Apotheker M. Pahlow, Verlag Gräfe und Unzer
  5. Von der Natur direkt auf den Teller:
    „Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen – 2000 Pflanzen Mitteleuropas, Bestimmung, Sammeltipps, Inhaltsstoffe, Heilwirkung, Verwendung in der Küche“ von Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann, Roland Spiegelberger, AT-Verlag
Urban Gardening - Buchempfehlungen, Foto: Christina Schwann

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