Jeder ist empört

über den anderen.

Über die neue Diskussions-

kultur in den (Sozialen) Medien.

Der Winter 2018/19 war geprägt von viel Schnee und viel Empörung. Mittels Falschmeldungen und fehlende Informationen wurde von klassischen und Sozialen Medien, von Privatpersonen als auch Unternehmen die Empörungsspirale gemeinsam nach oben gedreht.

Shitstorm heaven by Roman Hösel

Jänner 2019. Es schneit, schon seit Tagen. Lawinenwarndienste sprechen von großer Lawinengefahr, die sich tagtäglich steigert. Der langersehnte Winter wird zur Schneehölle.

Medien warnen Wintersportler davor, gesichertes Gelände zu verlassen.

Manche machen es trotzdem, posten Powder-Fotos mit Fun-Faktor und werden kritisiert. Dasselbe gilt für Kommentare bei Berichten über die – zum Glück verhältnismäßig wenigen – Lawinentoten oder -verunfallten. Mitgefühl und Verständnis werden nicht gezeigt, sondern es werden sofort Beschuldigungen erhoben – noch bevor man überhaupt Informationen über den konkreten Unfallhergang, die Unfallursache hat oder ein Gutachten vorliegt. Social Media wird abermals zur gläsernen Plattform veränderten Kommunikations-, Informations-, Medien- und Diskussionsverhaltens bis hin zu einer gesellschaftsverändernden Dynamik.

Was dieses Mal anders war: Oft war die Grundlage für ausschweifende Diskussionen im Netz in den polarisierenden, radikalisierenden oder unvollständigen Berichten der klassischen Medien zu finden, die im Folgenden angeführt sind. Die Diskussionen in den sozialen Netzwerken sind schnell zu finden.

Die vielen Unwahrheiten, Übertreibungen, Pauschalisierungen, Diskussionen und die Vermischung von Emotionen oder Informationen haben zu einer sehr negativen Dynamik in unserer netten Bergwelt-Community geführt. Und wieder einmal ist das nicht ein Sonderfall, sondern ein Beispiel veränderten Kommunikationsverhaltens, veränderter Informationsverbreitung und -verarbeitung, ein Beispiel unserer Empörungsdemokratie. 

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